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Numero 2165
Ausgabe vom Dienstag, den 25. April 2017

Das mit dem Copyright“

Von Professor Xanathon

Im April 2010 habe ich auf mei­nem Schwes­ter­pro­jekt PhantaNews.de einen über­setz­ten Arti­kel von Cory Doc­to­row ver­öf­fent­licht. Doc­to­row wid­met sich darin der Frage, wie­viel Copy­right nötig ist und warum er seine Texte kos­ten­frei ins Netz stellt. Da die­ser Arti­kel auch in Hin­sicht auf die­ses Pro­jekt eine Menge Fra­gen beant­wor­tet, stelle ich ihn des­we­gen nun hier noch ein­mal online.

Die Lek­türe ist sehr erleuch­tend und ich wün­sche gute Unter­hal­tung. Er ist nicht ganz kurz, aber das Lesen lohnt!

Cory Doc­to­row ist ein kana­di­scher Sci­ence-Fic­tion-Schrift­stel­ler und Akti­vist in Sachen neue Medien, Inter­net, Copy­right-Libe­ra­li­sie­rung und Pri­vat­sphäre. Am letz­ten Wochen­ende (Arti­kel vom April 2010, Anm. d. Red) habe ich sein Buch LITTLE BROTHER in Rekord­zeit gele­sen, nach­dem es mir von »fel­low neti­zens« bereits mehr­fach nach­drück­lich ans Herz gelegt wurde.

Das Beson­dere an die­sem Buch: man kann es nicht nur über die ein­schlä­gi­gen Ver­triebs­ka­näle kau­fen, son­dern es auch ein­fach auf sei­ner Web­seite kos­ten­los in zahl­rei­chen For­ma­ten her­un­ter laden. Kos­ten­los. Ein­fach so. Legal. Unter einer Crea­tive Com­mons-Lizenz. Trotz die­ser Tat­sa­che ver­kau­fen sich seine Bücher wie geschnit­ten Brot.

Wie kann das sein? Ins­be­son­dere ange­sichts des Dau­er­ge­jam­mers gewis­ser Ver­le­ger und Ver­lage, wie böse kos­ten­lose Ange­bote sind – seien sie nun semi­le­gal oder legal – und dass beide den Markt zer­stö­ren…

Im Vor­wort zu LITTLE BROTHER befin­det sich der fol­gende Text, den ich aus dem Eng­li­schen über­setzt habe, um ihn hier zu ver­öf­fent­li­chen, was ich auf­grund der CC-Lizenz pro­blem­los tun darf, wenn ich den Namen des Auto­ren nenne, auf seine Web­seite hin­weise und kein Geld damit ver­diene.

Cory Doctorow
THE COPYRIGHT THING – Das mit dem Copyright

Die Crea­tive Com­mons-Lizenz am Anfang die­ser Datei hat Dich mög­li­cher­weise dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass ich einige recht unor­tho­doxe Ansich­ten zum Thema Copy­right habe.

Was ich dar­über denke, kurz gesagt: ein klei­nes biss­chen reicht völ­lig und mehr ist zuviel.

Ich liebe die Tat­sa­che, dass das Urhe­ber­recht mir ermög­licht, meine Rechte an Ver­le­ger, Film­stu­dios und andere ver­kau­fen zu kön­nen. Es ist wirk­lich prima, dass sie den Kram nicht ein­fach ohne meine Ein­wil­li­gung neh­men und damit reich wer­den kön­nen, ohne mir was abzu­ge­ben. Ich bin in einer ziem­lich guten Posi­tion, wenn es darum geht mit sol­chen Fir­men zu ver­han­deln: Ich habe einen groß­ar­ti­gen Agen­ten und ein Jahr­zehnt Erfah­rung mit Urhe­ber­rechts­ge­set­zen und Lizen­zie­rung (inklu­sive einer Dienst­pe­ri­ode als Dele­gier­ter bei der WIPO, der UN-Agen­tur wel­che die welt­wei­ten Copy­right-Abkom­men aus­ar­bei­tet). Dazu kommt, dass es nicht wirk­lich viele die­ser Ver­hand­lun­gen gibt – sogar wenn ich fünf­zig oder hun­dert ver­schie­dene Aus­ga­ben von LITTLE BROTHER ver­kau­fen würde (das wäre eine Ver­brei­tung von einem Mil­li­ons­tel eines Pro­zents, wenn man die gesamte Unter­hal­tungs­li­te­ra­tur betrach­tet), dann wären das gerade mal hun­dert Ver­hand­lun­gen und die könnte ich wohl gerade hin bekom­men.

Ich hasse die Tat­sa­che, dass Fans die das tun wol­len, was Leser schon immer getan haben, gezwun­gen sind in dem­sel­ben Sys­tem zu agie­ren wie diese hoch­be­zahl­ten Agen­ten und Rechts­an­wälte. Es ist ein­fach nur Blöd­sinn, dass eine Grund­schul­klasse bei einem Rechts­an­walt  eines gigan­ti­schen, welt­weit agie­ren­den Ver­lags anfra­gen muss, bevor sie eins mei­ner Bücher als Schau­spiel auf­füh­ren darf. Es ist völ­lig lächer­lich dar­auf zu bestehen, dass Leser, die einem Freund eine elek­tro­ni­sche Kopie mei­nes Buches aus­lei­hen möch­ten, dafür erst­mal eine Lizenz bean­tra­gen müs­sen. Bücher wer­den schon län­ger ver­lie­hen, als es Ver­le­ger auf Erden gibt und Ver­lei­hen ist eine groß­ar­tige Sache.

Neu­lich sah ich Neil Gai­man bei einer Rede und jemand fragte ihn was er davon halte, dass seine Bücher auf Tausch­bör­sen oder anderswo im Netz als »Pira­ten­ko­pien« ange­bo­ten wer­den. Er sagte: »Jeder soll mal die Hand heben, der sei­nen Lieb­lings­au­tor kos­ten­los ent­deckt hat – ent­we­der weil Dir jemand ein Buch gelie­hen hat oder oder weil irgend jemand Dir das Buch geschenkt hat? Und jetzt heben die­je­ni­gen die Hand, die ihren Lieb­lings­au­to­ren ent­deckt haben, weil sie in einem Laden Geld auf die Theke gewor­fen haben.« Die über­wie­gende Mehr­heit der Anwe­sen­den sag­ten, dass sie ihre Lieb­lings­au­to­ren kos­ten­frei, als Leih­gabe oder als Geschenk ent­deckt hat­ten.

Bei mir ist das so: wenn es um meine Lieb­lings­au­to­ren geht, kenne ich keine Gren­zen: Ich kaufe jedes Buch, dass sie jemals ver­öf­fent­licht haben (manch­mal kaufe ich sogar zwei oder drei um sie an Freunde wei­ter­zu­ge­ben, die das unbe­dingt lesen müs­sen). Ich bezahle, um sie am Leben zu hal­ten. Ich kaufe T-Shirts mit ihren Buch­co­vern dar­auf. Ich bin für mein gan­zes Leben ein zah­len­der Kunde.

Neil machte wei­ter und sagte, dass er ein Mit­glied des »Bun­des der Leser« sei, jener klei­nen Mino­ri­tät  auf der Welt, die des Ver­gnü­gens wegen lesen, die Bücher kau­fen, weil sie Bücher lie­ben. Eine Sache die er über jeden, der seine Bücher ohne Erlaub­nis her­un­ter­lädt, defi­ni­tiv weiß ist, dass es sich um Leser han­delt, es han­delt sich um Leute, die Bücher lie­ben.

Es gibt Per­so­nen die erfor­schen die Ver­hal­tens­wei­sen von Musik­käu­fern und die haben etwas Selt­sa­mes ent­deckt: die größ­ten Musik­pi­ra­ten sind auch die­je­ni­gen, die am meis­ten Geld für Musik aus­ge­ben. Falls Du also die ganze Nacht Musik aus dem Netz lädst, dann ist die Chance groß, dass Du einer der weni­gen übrig Geblie­be­nen bist, die tags­über in einen Musik­la­den (kann sich noch einer an die erin­nern?) gehen. Du gehst wahr­schein­lich am Wochen­ende auf Kon­zerte und ebenso wahr­schein­lich leihst Du Dir auch Musik in der Stadt­bü­che­rei. Und wenn Du als ein Mit­glied des Stam­mes der Musik­fans so rich­tig Feuer und Flamme bist, dann machst Du eine Menge Sachen, die mit Musik zu tun haben, vom Sin­gen unter der Dusche bis zum Kauf von Schwarz­markt-Vinyl-Boot­legs sel­te­ner ost­eu­ro­päi­scher Cover­ver­sio­nen dei­ner Lieb­lings-Death-Metal-Band.

Mit Büchern ist es das­selbe. Ich habe in Buch­lä­den für neue und gebrauchte Bücher und in Leih­bü­che­reien gear­bei­tet. Ich habe online auf Sei­ten für Pira­ten­ko­pierte-eBooks (»book­wa­rez«) her­um­ge­han­gen. Ich bin ein Gebraucht­buch­hand­lungs-Jun­kie und ich gehe zum Spaß auf Buch­mes­sen. Und wisst ihr was? An all die­sen Orten sind die­sel­ben Leute: Bücher­fans, die so ziem­lich alles tun, was mit Büchern zu tun hat. Ich kaufe in China abge­fah­rene, pott­häss­li­che Pira­ten­aus­ga­ben mei­ner Lieb­lings­bü­cher weil sie abge­fah­ren und pott­häss­lich sind und im Regal neben den acht oder neun ande­ren voll bezahl­ten Aus­ga­ben des­sel­ben Buches ziem­lich groß­ar­tig aus­se­hen. Ich leihe mir Bücher in der Büche­rei, goo­gle nach ihnen, wenn ich ein Zitat benö­tige, schleppe dut­zende auf mei­nem Mobil­te­le­fon und hun­derte auf mei­nem Lap­top mit mir herum und habe (in dem Moment, da ich dies schreibe) mehr als 10000 davon in Schrän­ken in Lon­don, Los Ange­les und Toronto.

Wenn ich meine Bücher ver­lei­hen könnte, ohne sie dafür aus der Hand zu geben, würde ich das tun. Die Tat­sa­che, dass ich das mit elek­tro­ni­schen Dateien tun kann, ist kein Feh­ler son­dern ein Fea­ture und ein ver­dammt gutes Fea­ture noch dazu. Es ist befremd­lich zu sehen, dass alle diese Schrift­stel­ler und Musi­ker und Künst­ler bekla­gen, dass die Kunst die­ses coole neue Fea­ture bekom­men hat: die Mög­lich­keit etwas zu tei­len, ohne es selbst zu ver­lie­ren. Das ist, als würde man einen Restau­rant­be­sit­zer beob­ach­ten, wie er sich das Hemd nass heult, weil diese neue »Freies-Mit­tag­es­sen-Maschine« die Ver­hun­gern­den in der Welt mit Nah­rung ver­sorgt, und er sein Geschäfts­mo­dell über­den­ken muss. Ja, das wird nicht ganz ein­fach wer­den, aber wir wol­len die Haupt­at­trak­tion mal nicht aus den Augen ver­lie­ren: Freies Mit­tag­es­sen.

All­ge­mei­ner und uni­ver­sel­ler Zugang zum Wis­sen der Mensch­heit ist in unse­rer Reich­weite – zum ers­ten Mal in der Geschichte der Mensch­heit. Das ist nichts Böses!

Falls Dir das alles noch nicht rei­chen sollte, hier noch meine Ansicht dazu, warum es gerade zu die­ser Zeit und an die­sem Ort Sinn macht, seine Bücher zu ver­schen­ken:

Das Ver­schen­ken von eBooks gibt mir künst­le­ri­sche, mora­li­sche und finan­zi­elle Befrie­di­gung. Die Frage nach dem Kom­merz ist die­je­nige, die am häu­figs­ten auf­taucht: wie kannst Du kos­ten­lose eBooks ver­schen­ken und trotz­dem Geld ver­die­nen?

Für mich – für so ziem­lich jeden Schrift­stel­ler – ist nicht Pira­te­rie das Pro­blem, das Pro­blem ist unbe­kannt zu sein (danke an Tim O’Reilly für die­sen groß­ar­ti­gen Apho­ris­mus). Von all den Leu­ten, die die­ses Buch heute nicht gekauft haben, haben die aller­meis­ten das des­we­gen nicht getan, weil sie noch nie davon gehört haben, nicht weil ich ihnen eine kos­ten­lose Kopie geschenkt habe. Mega­hit-Best­sel­ler im Bereich Sci­ence Fic­tion ver­kau­fen eine halbe Mil­lion Kopien – in einer Welt in der 175000 Leute am Comic Con in San Diego teil­neh­men, muss man sich dar­über klar wer­den, dass der größte Teil der Leute, die »Sci­ence Fic­tion mögen« (und ähn­li­chen geeki­gen Kram wie Comics, Spiele, Linux und so wei­ter) ein­fach keine Bücher kau­fen. Ich bin deut­lich mehr daran inter­es­siert, mehr von die­sem grö­ße­ren Publi­kum in mein Zelt zu bekom­men, als sicher zu stel­len, dass jeder, der sich in dem Zelt befin­det auch eine Ein­tritts­karte gekauft hat, um dort sein zu dür­fen.

eBooks sind Ver­ben, keine Worte. Du kopierst sie, das ist ihre Natur. Und viele die­ser Kopien haben ein Ziel, eine Per­son für die sie gedacht sind, eine Hand zu Hand-Wei­ter­gabe von einer Per­son an eine andere mit einer per­sön­li­chen Emp­feh­lung zwi­schen zwei Men­schen die sich so weit ver­trauen, sol­che Dinge mit­ein­an­der zu tei­len. Das ist eine Sache von der Auto­ren träu­men (soll­ten): das sprich­wört­li­che Besie­geln eines Han­dels per Hand­schlag. Dadurch, dass ich meine Bücher zur Wei­ter­gabe frei­gebe, mache ich es den Lesern die diese Bücher lie­ben sehr ein­fach, ande­ren dabei zu hel­fen, sie eben­falls zu lie­ben.

Wei­ter­hin: ich sehe eBooks nicht als Ersatz für Papier­bü­cher, zumin­dest nicht für den Groß­teil der Leser. Es ist nicht so, dass die Bild­schirme nicht gut genug wären: wenn Du auch nur halb­wegs so bist wie ich, dann ver­bringst Du ohne­hin jede Stunde die Du kannst vor dem Bild­schirm, um Texte zu lesen. Aber je mehr Ahnung Du von Com­pu­tern hast, desto gerin­ger ist die Chance, dass Du lange Texte auf die­sen Bild­schir­men liest. Wir haben IM, wir haben Email und wir nut­zen den Brow­ser auf Mil­lio­nen ver­schie­dene Arten und Wei­sen. Wir haben Spiele im Hin­ter­grund lau­fen und end­lose Mög­lich­kei­ten mit unse­ren Musik­samm­lun­gen her­um­zu­spie­len. Je mehr man mit dem Com­pu­ter macht, desto grö­ßer ist die Wahr­schein­lich­keit, dass Du nach fünf bis sie­ben Minu­ten unter­bro­chen wirst, um was ande­res zu tun. Das führt dazu, dass ein Com­pu­ter sehr schlecht dafür geeig­net ist, lange Texte zu lesen, es sei denn, Du hast die eiserne Selbst­dis­zi­plin eines Mönchs.

Die gute Nach­richt (für den Schrift­stel­ler) ist, dass eBooks auf Com­pu­tern sehr viel wahr­schein­li­cher eine Wer­be­maß­nahme für ein gedruck­tes Buch sind (denn das ist schließ­lich bil­lig, ein­fach zu bekom­men und ein­fach zu benut­zen) als ein Ersatz. Man kann wahr­schein­lich genau so viel von dem Buch auf einem Bild­schirm lesen, um zu rea­li­sie­ren, dass man es auf Papier lesen möchte.

Des­we­gen ver­kau­fen eBooks Bücher. Jeder Autor den ich kenne, der mal aus­pro­biert hat, eBooks kos­ten­los als Wer­be­maß­nahme abzu­ge­ben, hat es wie­der getan. Das ist der kom­mer­zi­elle Grund für kos­ten­lose eBooks.

Und jetzt zum künst­le­ri­schen Grund: Wir haben das 21. Jahr­hun­dert. Dinge zu kopie­ren wird nie­mals mehr schwie­ri­ger wer­den, als es heute ist (oder wenn doch, dann des­we­gen, weil unsere Zivi­li­sa­tion zusam­men gebro­chen ist und an dem Punkt hät­ten wir ganz andere Pro­bleme). Fest­plat­ten wer­den nicht mehr sper­ri­ger und Netz­werke wer­den nicht mehr lang­sa­mer oder schwe­rer zu nut­zen sein. Wenn Du Kunst nicht mit der Inten­tion erschaffst, dass sie kopiert wird, dann erschaffst Du keine Kunst für das 21. Jahr­hun­dert. Es hat natür­lich einen gewis­sen Charme, etwas zu erschaf­fen, das nicht kopiert wer­den soll, unge­fähr so als wür­dest Du in ein Muse­ums­dorf gehen und dort dem alter­tüm­li­chen Huf­schmied dabei zuse­hen, wie er einem Pferd in sei­ner tra­di­tio­nel­len Schmiede ein Huf­ei­sen anlegt. Aber das ist – und das weißt Du – nicht mehr zeit­ge­mäß. Ich bin ein Sci­ence-Fic­tion-Autor. Es ist mein Job über die Zukunft zu schrei­ben (an einem guten Tag), oder wenigs­tens über die Gegen­wart. Kunst die nicht kopiert wer­den kann ist aus der Ver­gan­gen­heit.

Und zum Abschluss wer­fen wir noch einen Blick auf die mora­li­sche Seite. Zeug zu kopie­ren ist völ­lig nor­mal. So ler­nen wir (wir kopie­ren unsere Eltern und die Per­so­nen um uns herum). Meine erste Geschichte habe ich mit sechs Jah­ren geschrie­ben, es war eine begeis­terte Nach­er­zäh­lung von STAR WARS, das ich gerade im Kino gese­hen hatte. Jetzt, da das Inter­net – die effi­zi­en­teste Kopier­ma­schine der Welt – so ziem­lich über­all ist, wird unser Kopier­in­stinkt stär­ker und stär­ker wer­den. Es gibt abso­lut kei­nen Weg, meine Leser daran zu hin­dern und wenn ich es ver­su­chen würde, wäre ich ein Heuch­ler: als ich 17 war, habe ich Mixtapes zusam­men gestellt, Sto­ries foto­ko­piert und grund­sätz­lich so ziem­lich alles kopiert, das ich mir vor­stel­len konnte. Wenn es das Inter­net damals schon gege­ben hätte, dann hätte ich es benutzt, um soviel zu kopie­ren wie nur irgend mög­lich.

Es gibt kei­nen Weg das zu stop­pen und die Leute die das ver­su­chen, rich­ten weit mehr Scha­den an, als Pira­te­rie es jemals tun könnte. Der lächer­li­che hei­lige Krieg der Musik­in­dus­trie gegen die File­sha­rer (mehr als 20000 Musik­fans ver­klagt und wir zäh­len wei­ter!) ist ein Bei­spiel für die Absur­di­tät, ver­su­chen zu wol­len, die Wür­mer wie­der in die Dose zu bekom­men. Wenn die Wahl darin besteht, ent­we­der das Kopie­ren zuzu­las­sen oder zu einem wut­gei­fern­den Tyran­nen zu wer­den, der auf alles ein­schlägt, was er errei­chen kann, dann wähle ich Ers­te­res.

Cory Doc­to­row – The Copy­right Thing, geschrie­ben 2007

Diese deut­sche Über­set­zung: Ste­fan Holz­hauer April 2010


Cory Doctorow

gebo­ren am 17. Juli 1971, ist ein kana­di­scher Blog­ger, Jour­na­list und Sci­ence Fic­tion-Autor. Er ist einer der Auto­ren des Blogs Boing Boing. Er bezeich­net sich selbst als Akti­vis­ten in Sachen Libe­ra­li­sie­rung der Urhe­ber­rechts­ge­setze und ist ein Befür­wor­ter der Crea­tive Com­mons-Orga­ni­sa­tion, deren Lizen­zen er auch für seine Bücher nutzt. Die The­men sei­ner Werke sind unter ande­rem digi­ta­les Rech­te­ma­nage­ment (Digi­tal Rights Manage­ment, DRM), file sharing, und »Post-Scarcity«-Ökonomie (also eine Öko­no­mie jen­seits der künst­li­chen und ver­teu­ern­den Ver­knap­pung von Gütern und Wer­ken).

Links

Cory Doc­to­rows Web­seite craphound.com

Boing­Bo­ing

Cory Doc­to­row in der deut­schen Wiki­pe­dia

Cory Doc­to­row in der eng­li­schen Wiki­pe­dia (deut­lich aus­führ­li­cher)

Bild: von Jona­than Worth, aus der Wiki­pe­dia

Werke

Romane

  • 2003 Down and Out in the Magic King­dom, Tor Books, ver­öf­fent­licht unter einer Crea­tive Com­mons License 
    • dt. Ausg. „Backup“ Heyne 2007, ISBN 3–453-52297–4
  • 2004 Eas­tern Stan­dard Tribe, Tor Books, ver­öf­fent­licht unter einer Crea­tive Com­mons License 
    • dt. Ausg. „Upload“ Heyne 2008, ISBN 978–3-453–52413-2
  • 2005 Someone Comes to Town, Someone Lea­ves Town, Roman, Tor Books
  • 2008 Little Bro­ther, Tor Books, ver­öf­fent­licht unter einer Crea­tive Com­mons License 
    • dt. Über­set­zung: Little Bro­ther – Frei­heit ist etwas, das du dir neh­men musst.
    • div. E-Book-For­mate der dt. Über­set­zung: Archive.org
    • Hör­buch: Down­load. (ZIP-Datei; 600 MB)
  • 2009 Makers, Roman, Tor Books, ISBN 978–0765312792

Kurzgeschichtensammlungen

  • 2003 A Place So For­eign and Eight More, Four Walls Eight Win­dows
  • 2007 Over­clo­cked: Sto­ries of the Future Pre­sent, Thunder’s Mouth Press, ISBN 1–56025-981–7
  • 2008 Cory Doctorow’s Futu­ris­tic Tales of the Here and Now (eng­li­sch). 6 Kurz­ge­schich­ten, ver­öf­fent­licht unter einer Crea­tive Com­mons License. Comi­c­ad­ap­tion auf Our­me­dia.

Kurzgeschichte (Auswahl)

  • 2005 i, robot, Hugo-nomi­nierte Kurz­ge­schichte, InfiniteMatrix.net,

Sachbücher

  • 2000 The Com­plete Idiot’s Guide to Publis­hing Sci­ence Fic­tion, Alpha Books
  • 2003 Essen­tial Blog­ging, O’Reilly and Asso­cia­tes
  • 2008 Con­tent: Selec­ted Essays on Tech­no­logy, Crea­ti­vity, Copy­right, and the Future of the Future, Tachyon Publis­hing, ISBN 978–1892391810

Essays (Auswahl)

  • 2004 Ebooks: Neit­her E Nor Books, San Diego
  • 2005 Wiki­pe­dia: A Genuine H2G2-Minus the Edi­tors, in: Glenn Yef­feth (Hrsg.): The Antho­logy at the End of the Uni­verse?, Ben­bella Books, ISBN 1–932100-56–3

Die­ser Arti­kel steht unter einer Crea­tive Com­mons Lizenz:

Creative Commons License

Das mit dem Copy­right“ von Ste­fan Holz­hauer steht unter einer Crea­tive Com­mons Namens­nen­nung-Keine kom­mer­zi­elle Nut­zung-Wei­ter­gabe unter glei­chen Bedin­gun­gen 3.0 Deutsch­land Lizenz.

Beruht auf einem Inhalt von Cory Doc­to­row auf craphound.com.

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2 Trackbacks

  1. Von Die Steampunk-Chroniken « Mars and Neptune am 15. Juli 2011 um 16:01 Uhr veröffentlicht

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Ser­ver IP]
    […] Cory Doc­to­row: „Das mit dem Copy­right“ […]

  2. Von Cory Doctorow liest am 9. November in München – Livestream! am 28. Oktober 2011 um 11:19 Uhr veröffentlicht

    […] und mehr ge­druckte Ex­em­plare ab­setzt. Eine Er­läu­te­rung Doc­to­rows zu dem Thema hatte ich über­setzt. Zu­dem schreibt er Ko­lum­nen für den Guar­dian und an­dere re­nom­mierte […]

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