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Numero 2165
Ausgabe vom Dienstag, den 25. April 2017

Rowling: Harry Potter ohne DRM

Von Professor Xanathon

Weil es zu mei­ner Ent­schei­dung passt, die STEAMPUNK-CHRONIKEN ohne DRM anzu­bie­ten:

J. K. Row­ling hat sich jah­re­lang dage­gen gewehrt, dass ihre HARRY POT­TER-Romane als eBooks erschei­nen und alle Welt hat sich dar­über gewun­dert. Ins­be­son­dere des­we­gen, weil es nicht lange dau­erte und die Bücher den­noch im Netz zu fin­den waren – das ist eine ein­fa­che Kau­sa­li­tät: Wenn etwas gewünscht aber nicht ange­bo­ten wird, fin­den sich immer Wege. Bis­her hielt ich das Vor­ge­hen für Dumm­heit, jetzt zeigt sich aller­dings, dass es etwas ganz ande­res war.

Im Zusam­men­hang mit der ange­kün­dig­ten Web­seite pottermore.com, wurde jetzt bekannt, dass Row­ling expli­zit die Rechte einer digi­ta­len Ver­mark­tung behal­ten hat und sie NICHT an Blooms­bury ver­kaufte. Jetzt will sie die POT­TER-Romane im Direkt­ver­kauf abset­zen, also ohne einen Ver­lag. Wei­ter­hin wer­den sie ohne jeg­li­che DRM-Maß­nah­men ange­bo­ten! Zudem sol­len die Romane für alle mög­li­chen End­ge­räte zur Ver­fü­gung ste­hen, statt sich bei­spiels­weise auf Kindle oder andere eRe­a­der zu beschrän­ken.

Bei Gigant­mar­ken wie HARRY POTTER ist das ein bis­lang ein­ma­li­ger Vor­gang und er dürfte der Ver­lags­wirt­schaft Hag­rid-große Schweiß­per­len auf die Stirn trei­ben, denn wenn das Bei­spiel machen sollte (was zu hof­fen wäre), dann könnte das in Zukunft dazu füh­ren, dass mehr Auto­ren ihre Werke digi­tal auf diese Art ver­trei­ben. Natür­lich schreibt nicht jeder eine HARRY POT­TER-Serie, aber den­noch…

Hier ein Video von J. K. Row­ling zum Launch von Pot­ter­more:

YouTube Preview Image

Der Dis­tri­bu­tor für digi­tale Inhalte Over­Drive stellt die Platt­form für den eBook-Absatz zur Ver­fü­gung, dem Ver­neh­men nach erhält der bri­ti­sche Publis­her Blooms­bury einen Anteil an den Ver­käu­fen. Der dürfte aber deut­lich gerin­ger aus­fal­len, als wenn der Ver­lag das kom­plett in der Hand hätte. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass auch der US-Publis­her Scho­la­s­tic eben­falls ein paar Bro­sa­men abbe­kommt.

Ich finde das Vor­ge­hen ganz groß­ar­tig, ebnet es doch den Weg für DRM-Frei­heit. Bei den Ver­la­gen, dem Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels (laut­starke Kopier­schutz-Ver­fech­ter) und ins­be­son­dere bei den Anbie­tern von DRM-Ver­seu­chung wer­den die Reak­tio­nen weni­ger enthu­si­as­ti­sch aus­fal­len – die dürfte das alles ziem­lich kalt erwi­schen… :o)

Bild: J. K. Row­ling von Daniel Ogden auf flickr, CC-BY, Dank an Cynx für den Hin­weis auf einen Arti­kel bei biblothekarisch.de

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